Die meisten Staus haben einen Grund. In den meisten Fällen ist dieser Grund ein Unfall. Wahlweise ein Rentner, ein Ausländer oder jemand, der vor dem Autobahn-Hinweisschild stehen bleibt, weil er erst einmal in die Karte schauen muss, ob das nun die richtige Ausfahrt ist.

Mysteriös wird ein Stau dann, wenn man in selbigem steht, nach links und rechts zu den Seitenstreifen schaut und Kilometer für Kilometer nichts - aber auch absolut überhaupt nichts - an Gründen für einen Stau erkennt. So gestern abend auf der A1 passiert. genau einen Meter hinter der Ausfahrt Sereetz in Richtung Lübeck stand auf einmal urplötzlich alles. So plötzlich, dass Warnblinker die heranrasenden Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam machen mussten, vielleicht den Bleifuß vom rechten aufs mittlere Pedal zu verlagern - wäre zumindest besser für sie und ihre Protz-BMWs. Passenderweise war es genau fünf nach halb (sieben) - kein Verkehrsfunk mehr für die nächsten zwanzig Minuten… Ich schaute nun links… und rechts… und wieder links… und nirgendwo war etwas zu sehen. Lediglich genervte Autofahrer und Massen von LKW stellten sich meinem Blick entgegen. Passgenau drei Meter vor der Ausfahrt “Bad Schwartau” ging es auf einmal mit mehr als 10 km/h weiter - nämlich mit 100. Keine Autos mehr da, keine Polizei, kein Wrack am Straßenrand. Passgenau lief jetzt gerade auf Delta-Radio der Verkehrsfunk: “… die A1 Fehmarn Richtung Lübeck ist zwischen Sereetz und Bad Schwartau komplett dicht…”. Aha. Und warum bitte? Nicht mal der clevere Radio-Mensch wusste von der Ursache und ich - live vor Ort - habe erst recht nichts gesehen.

Das Fazit: Im Stau stehen kann mitunter ganz schön aufregend sein, wenn man alle drei Meter denkt: “Gleich habe ich das Auto-Wrack vor Augen”. Tut sich aber nach 9, 12, 1800 Metern immer noch nichts, kommt das im-Stau-stehen einer als Champagnertorte getarntem Sektkuchen nahe: unheimlich frustrierend.

Übrigens: Auf der Marienbrücke, die um diese Uhrzeit aus allen Richtungen so belagert wird, dass man 2 Kilometer um sie herum etwa 30 Minuten einplanen muss, fuhren die drei Autos, die da waren, ohne Probleme und Stau herüber… Verkehrte Welt!

2 Antworten zu “Mysteriöse (Nicht-)Staus”
  1. Becks sagt:

    Ein hoch interresanten Blog den du da geschrieben hast,besonders da ich mich selbst zu dieser Uhrzeit dort befand. Ich kam gerade mit meinem Audi ,der von 2 ” Protz-BMWs” dort mit 220 km/h angefahren als wie aus dem Nichts plötzlich dieser Stau vor mir war, glücklicherweise hab ich Montag erst die Bremsen machen lassen, die auch zu glühen anfingen. Naja ich wich nun auf den Seitenstreifen aus und bahnte mir meinen Weg Richtung Heimat, denn ich hatte es eilig Mutti hatte angerufen , Essen steht auf dem Tisch und ich hatte verdammt viel hunger. Und naja als ich denn in Schwartau an kam war wirklich nichts zusehen aber auch rein garnichts,
    also bleibt mir nur zusagen :” Vieleicht sollte man auf der A1 noch eine 4. Spur aufmachen, um dem von vornherrein vorzubeugen!!!”

    Lang Leben die Autobahnraser der A1 nördlich von Lübeck(naja oder eben auch nicht )^^

    Ps: Kannst dich ja mal wieder bei mir melden !;)

  2. Lye sagt:

    An für sich würde ab Bad Schwartau ja auch schon mal eine dritte Spur reichen, obwohl da ja eigentlich selten etwas los ist. Aber vermutlich war es tatsächlich der Rentner, dem zwischendrin dann eingefallen ist, wo er eigentlich hinwollte…

    P.S: Werde ich machen ;)

  3.  
Hinterlasse einen Kommentar