Gäbe es hier Sound würde ich jetzt den Song von “La cucaracha” vorpfeifen. Denn er passt auf Gran Canaria. Was tagsüber als höchstens von alten Kaugummis verschmutze Straße noch ganz apart anmutet, wird abends für ungeübte Touristen zur Schrei- und Hüpfstation. Denn mit der Dämmerung kommen sie. Ganze fünf Zentimeter groß, braun, mit langen Fühlern und Beinen und rasend schnell. Die Kakerlake. Entschuldigung, es heißt natürlich die Massen von KakerlakeN. Wer genau hinschaut (was man gar nicht möchte) sieht an allen Ecken und Enden welche. Vom Baby bis zum ausgewachsenen sechs-Zentimeter-Monster. Gut, sie tun einem nichts. Aber sie sehen ekelig aus, knacken furchtbar, wenn man auf sie drauftritt und über meine lediglich sandalettenbeschützen Füße möchte ich sie auch nicht laufen haben. Vermutlich nährt sie der Essensabfall der tausend Hotels auf der Insel, der tagsüber in der Wärme fröhlich vor sich hingärt. Aber da sie nicht besonders hygienisch sind, sollte man dort wirklich mal etwas gegen sie tun.

Unbewiesen ist für mich bis jetzt, ob die Regierung nicht etwas getan HAT. Denn mit den Kakerlaken taucht nachts noch eine andere Masse von Tieren auf: Katzen. Ungleich süßer, felliger, größer und hierzulande ja auch als Haustier geschätzt waren sie im Gegensatz zu den Cucarachas wirklich nette Zeitgenossen. Nur die Häufigkeit, mit der einem eine über den Weg stolzierte (Katzen laufen nicht, sie stolzieren. Schonmal bemerkt?), war wirklich verwunderlich. Fünf Stück auf der Treppe am Strand, drei Stammgäste auf dem Hotelgelände und sechs oben auf der Promenade, dazu ein gutes Dutzend, dass einem nachts auf den verschiedenen Straßen begegnete. Nun meine Theorie: Katzen fressen Kakerlaken. Das würde die hohe Zahl beider erklären. Aber wie gesagt, Beweise habe ich dafür nicht. Ich habe weder eine Katze eine Kakerlake verspeisen noch eine Kakerlake panisch vor einer Katzentatze flüchten sehen. Vielleicht gibt es ja trotzdem jemanden, der meine Theorie unterstützt. Hat hier vielleicht irgendjemand Beweise für mich?

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