Manchmal ist das Leben hart. Es ist hart, wenn man so viel zu tun hat, dass man nur noch höchstens alle zwei Monate einen Club von innen sieht, es ist hart, wenn man zwei Monate auf Wohnungssuche ist, aber vor allem ist es hart, wenn man über eineinhalb Monate ohne Internetanschluss ist.
Einmal ganz abgesehen von der Handyrechnung, die einem ins Haus flattert, wenn man ohne Festnetz-Flatrate in einer neuen Stadt wohnt und der Freund ganz wo anders, ist man ohne Internet einfach aufgeschmissen. Ich muss voller Zweifel und Unbehagen zur S-Bahn-Station gehen, weil ich nicht weiß, wann mein Zug fährt und mein Gehirn die vielen Sonderfahrzeiten einfach nicht aufnehmen will. Ich muss stundenlang in der Uni an der Tür zum CIP-Pool lauern, um einen freien Rechner zu bekommen, um meine spärlichen Mails abzufangen. Ich muss mir mein Fernsehprogramm aus Teletexten zusammensuchen. Ich muss mir einen öffentlichen PC suchen, um herauszufinden, wie ich den Schimmel in meinem Bad bekämpfe. Ich muss mir CDs kaufen, weil ich keine Musik runterladen kann.
Ich muss für die Uni lernen, weil mich kein ICQ davon ablenken kann. Ich muss ein Buch lesen, weil ich nicht sinnlos in Foren herumsurfen kann. Ich muss meine Wäsche waschen und staubsaugen und Geschirr abwaschen und Vorhänge kürzen, weil ich nicht im StudiVZ spionieren kann.
So. Und seit dem 18.12.2007 gehört hinter jedes “muss” ein “-te”. Vergangenheitsform. Denn das irreale Leben hat mich wieder! Nachdem Arcor es nicht geschafft hat, hat mich Alice an die Ader des Lebens angeschlossen, hat mir mein Internet wiedergegeben und treibt die Telekom in den Ruin, weil mein Handy jetzt nur noch die Grundgebühr abwirft.
Ich habe Internet! Ich habe Telefon! Ich bin wieder da!

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