Vor zwei Jahren sah man sie plötzlich an jedem Auto - und wer sich zum Viertelfinale noch eine besorgen wollte, stand vor leeren Regalen in den Geschäften. Für die EM dieses Jahr hat sie sich gewappnet, die Industrie, und hat Abermillionen schwarz-rot-goldener Autofahnen hergestellt. Doch sie hat nicht nur die Deutschen als Markt erkannt. Was vor zwei Jahren gut lief, wurde jetzt noch ausgeweitet. Denn wieso sollten Türken, Russen, Spanier und Holländer nicht auch mit ihrer Landesfahne am Auto durch die Gegend fahren?
Das Konzept ist aufgegangen - in diesem Jahr habe ich schon fast mehr türkische als deutsche Fahnen gesehen. Jetzt natürlich nicht mehr, schließlich haben wir die Türken rausgeschmissen. Was die Statistik aber wieder ausgleicht ist folgender Trend: Zur Weltmeisterschaft war es Kult, sich eine Fahne ans Auto zu hängen. Eine? Die reicht jetzt nicht mehr. Mindestens zwei müssen es schon sein, der Symmetrie wegen. Und die richtigen Hardcore-Fans, die haben ihre Fenster auch schon mal mit vier oder gar acht (alles schon gesehen) Fahnen zugepflastert. Da fällt mir wieder die alte Diskussion ein - heißt es eigentlich Fahne oder Flagge? Wusste ich schon vor zwei Jahren nicht.
Allerdings habe ich eine vage Vermutung, woran das denn nun liegt, die Sache mit dem Trend zur Zweitfahne. Zum Einen hat sich die Industrie wie schon erwähnt gerüstet - selbst jetzt zum Finale bekommt man noch eine beliebige Anzahl von Fahnen zu kaufen. Die Türkische gibt es sogar zum Sonderpreis. Selbst der Ober-Discounter Aldi hat sie vorübergehend in sein Sortiment aufgenommen. Im Doppelpack für 1,45. Da nun ja nicht jeder einen Zweitwagen hat, passiert folgendes: Zwei Fahnen gekauft, also auch zwei Fahnen ans Auto gehängt. Sieht eben besser aus. Und da wir diesmal im Finale stehen, scheint es ja geholfen zu haben, die doppelte Fan-Unterstützung.
P.S.: Um das Ganze zu veranschaulichen habe ich auch noch einen Schnappschuss. Denn nicht nur die Zweit- sondern auch die Kleinstfahne scheint voll im Trend zu sein…

Einträge (RSS)