Es gibt Orte auf der Welt, von denen kennt man nur den Namen. Wenn man den Namen aber hört, verbindet man mit ihnen Traumurlaub. Das ist ja auch okay, denn warum sollte man mehr als den Namen über etwas wissen, womit man doch nie in Kontakt kommen wird? Schwieriger wir es nur, wenn man sozusagen im Lotto gewonnen hat und nun einen tatsächlichen Traumurlaub buchen will. Dann kommen einem all diese Worte in den Kopf - gefolgt von der Frage: Wo zur Hölle liegt das eigentlich?
Dass die Malediven irgendwo im indischen Ozean beheimatet sind, war irgendwo noch dumpf in meinem Hinterkopf vorhanden. Dass die Seychellen aber ebenso wie Mauritius auch in eben diesem liegen, beide näher an Afrika und die Malediven näher an Asien, das war mir gänzlich neu. Ebenso neu war mir, dass Mauritius sozusagen neben Madagaskar liegt (a propos - war Madagskar nicht eigentlich nur dieses Fantasieziel von vier kälteempfindlichen Pinguinen?!).
Etwas einfacherer wird es auf der anderen Seite der Welt. Dominikanische Republik. Jep, Ortung vorhanden. Jamaika? Vielleicht daneben. Als unsere Reisebürofrau dann mit Aruba ankam, setzte alles aus. Ach ja richtig, Karibik. Genauer: Niederländische Antillen.
Aber wo man schon bei Traumurlaub ist: Gibt es nicht irgendwas, das sich Bora Bora nennt und der eigentliche Inbegriff von Sandstrand, Palmen und mindestens 35 Grad im Schatten ist? Bora Bora gehört zu Französisch-Polynesien. Ahja. Ein Blick in Google Maps zeigt einem erst einmal den ernüchternden Hinweis: “Karten mit diesem Zoomwert stehen für diese Region leider nicht zur Verfügung.” Das ist nur logisch - denn wer will sich schon das hübsche Google-Hellblau in fünf-Kilometer-Stücken anschauen? Denn Französisch-Polynesien liegt mitten im Südpazifik. Mitten drin. Da, wo jede europäische, zweidimensionale Weltkarte zuende ist. Zwischen Australien und Südamerika. Im kartographischen Nichts.
Ich frage mich, was man eigentlich damals im Erdkunde-Unterricht gemacht hat. Wäre es nicht sinnvoller, lebensnaher und lernmotivierender, statt allen Ländern Afrikas die Traumurlaubsziele eines jeden Sonnenliebenden auswendig zu lernen?
Ich zumindest habe mich weitergebildet. Ich weiß jetzt, wo Bora Bora liegt. Aber dieses Ende der Welt ist für uns dann doch zu teuer…
Gäbe es hier Sound würde ich jetzt den Song von “La cucaracha” vorpfeifen. Denn er passt auf Gran Canaria. Was tagsüber als höchstens von alten Kaugummis verschmutze Straße noch ganz apart anmutet, wird abends für ungeübte Touristen zur Schrei- und Hüpfstation. Denn mit der Dämmerung kommen sie. Ganze fünf Zentimeter groß, braun, mit langen Fühlern und Beinen und rasend schnell. Die Kakerlake. Entschuldigung, es heißt natürlich die Massen von KakerlakeN. Wer genau hinschaut (was man gar nicht möchte) sieht an allen Ecken und Enden welche. Vom Baby bis zum ausgewachsenen sechs-Zentimeter-Monster. Gut, sie tun einem nichts. Aber sie sehen ekelig aus, knacken furchtbar, wenn man auf sie drauftritt und über meine lediglich sandalettenbeschützen Füße möchte ich sie auch nicht laufen haben. Vermutlich nährt sie der Essensabfall der tausend Hotels auf der Insel, der tagsüber in der Wärme fröhlich vor sich hingärt. Aber da sie nicht besonders hygienisch sind, sollte man dort wirklich mal etwas gegen sie tun.
Unbewiesen ist für mich bis jetzt, ob die Regierung nicht etwas getan HAT. Denn mit den Kakerlaken taucht nachts noch eine andere Masse von Tieren auf: Katzen. Ungleich süßer, felliger, größer und hierzulande ja auch als Haustier geschätzt waren sie im Gegensatz zu den Cucarachas wirklich nette Zeitgenossen. Nur die Häufigkeit, mit der einem eine über den Weg stolzierte (Katzen laufen nicht, sie stolzieren. Schonmal bemerkt?), war wirklich verwunderlich. Fünf Stück auf der Treppe am Strand, drei Stammgäste auf dem Hotelgelände und sechs oben auf der Promenade, dazu ein gutes Dutzend, dass einem nachts auf den verschiedenen Straßen begegnete. Nun meine Theorie: Katzen fressen Kakerlaken. Das würde die hohe Zahl beider erklären. Aber wie gesagt, Beweise habe ich dafür nicht. Ich habe weder eine Katze eine Kakerlake verspeisen noch eine Kakerlake panisch vor einer Katzentatze flüchten sehen. Vielleicht gibt es ja trotzdem jemanden, der meine Theorie unterstützt. Hat hier vielleicht irgendjemand Beweise für mich?
Zimmermädchen machen Zimmer, in unserem Fall Bungalows. Sie fegen den Strandsand aus der Wohnung, beseitigen die Glatte-Beine-Reste im Badezimmer und legen das zerwühlte Bettzeug wieder genau so, wie man es letzten Abend vorgefunden hat. Und sie schauen anscheinend in alle möglichen Behältnisse, die ihnen vor den Putzlappen kommen. Einen Beweis dafür? Habe ich. Mein Freund hat eine Dose mit - sagen wir - delikatem Inhalt in den Urlaub genommen und auf dem Nachttisch drapiert. Sie stand dort dezent und seriös, jeder nicht allzu neugierige Mensch hätte dort nicht reingeschaut. Aber zu ihnen gehörte unser Zimmermädchen wohl nicht.
Fröhlich beschwingt kommen wir den einen Tag vom Strand wieder - und sehen den delikaten Inhalt dieses Döschens nicht IN sondern AUF der Dose. Quasi griffbereit, gleich in mehrfacher Ausführung drapiert. Netter Service oder Anmaßung? Für mich eindeutig letzteres.
Nun gut, um das Spielchen mitzuspielen lagen wie von Geisterhand am nächsten Morgen nur noch zwei der drei Inhaltsstücke auf der Dose. Als wir wiederkamen, waren es wieder drei. Hervorragend. Nächster Test: Alle drei waren weggepackt in der Dose. Nachmittags: Vier Stück oben drauf. Da denkt aber jemand mit… Dann wurde ihr das Spiel aber wahrscheinlich zu bunt, weitere solcher Vorstöße in die Privatsphäre mussten wir nicht ertragen.
Fazit: Ein Zimmermädchen hat das Zimmer (oder den Bungalow) zu machen, und ihre Finger und Nasen aus den Privatsachen der Gäste herauszunehmen. Basta!
Ich war im Urlaub. Eine Woche Sonne auf Gran Canaria. Ich könnte mindestens 100 Blogeinträge über diesen Urlaub schreiben, aber da sicher keiner Lust hat, sich die alle durchzulesen, beschränke ich mich auf das Wesentliche/Kurioseste. Genauso wenig hat sicher jemand Lust, sich einen seitenlangen Beitrag durchzulesen - deshalb werde ich alles hübsch sortiert in einzelne Beiträge packen.
Aber nun zum Urlaub: Er war toll! Nun, er war nicht so wie mein letztjähriger Bulgarien-Urlaub, aber das kann man bei den Grundvorraussetzungen (Bulgarien: mit Freundin, Gran Canaria: mit Freund) wohl auch nicht erwarten. Trotzdem war er toll ;). Was mir allerdings abermals aufgefallen ist: Meine Party-Durchhalte-bzw.-Aufraffe-Fähigkeit ist auf einem extrem niedrigen Niveau. Wir waren in Playa del Ingles, DEM Partyort schlechthin. Gut, es war Nebensaison. Die meisten Discos waren aber trotzdem geöffnet, verteilten die wenigen Besucher nur leider, dass ein Club selten ganz voll wurde. Wir waren drei Mal weg. In sieben Nächten, die wir dort verbracht haben. Verglichen mit Bulgarien ist das nichts, da waren wir von sieben Tagen mindestens acht Mal abends unterwegs. Die Zeit haben wir trotzdem sinnvoll verbracht, nämlich schlafend. Ich zumindest. Warum, weiß der Geier, aber selbst im Urlaub war ich noch so müde, dass ich mich bis auf die besagten drei Male selten nach 23 Uhr aufraffen konnte, mich noch “anzuhübschen” und loszuziehen. Toll war der Urlaub trotzdem ;). Aber daran muss ich dringend etwas ändern - die beste Prüfung kommt gleich heute, wenn ich im A1 25 Euro Freiverzehr bekomme, weil ich zu den Geburtstagskindern des letzten Monats gehöre. Und weil ich immernoch Urlaub habe, werde ich Tequila satt trinken. Vielleicht sollte ich einfach schon um 22 Uhr hingehen und somit die 23-Uhr-Schlafgrenze einfach überwinden? Ich werde berichten.
Und was es sonst noch über den Urlaub zu sagen gibt: Das Hotel war super, der Bungalow riesig, der Pool unangenehm kühl, das Essen einfach erstklassig, das Wetter zum dahinschmelzen, das Meer unglaublich salzig und der Strand unglaublich sandig. Ich würde wieder hinfahren. Sofort. Hat mal jemand 429 Euro für mich?